Korruption und Betrugshandlungen beim Einkauf
Was sind Betrugshandlungen beim Einkauf?
Man kann sie als ungesetzliches Handeln definieren, aufgrund dessen sich der Täter einen Vorteil verschaffte, eine Pflicht umging oder einen Schaden seiner Organisation verursachte. Der Täter kann der Mitarbeiter, Inhaber, Mitglied des statutarischen Organs, Beamter, öffentlich aktive Person oder Lieferant werden, jeder, der sich an dem Einkauf von Dienstleistungen, Waren oder Vermögen für die geschädigte Organisation beteiligte.
Betrugshandlungen beim Einkauf sind sehr häufig. Zu diesen reihen wir Korruption, Betrugshandlungen beim Fakturieren und Interessenkonflikt ein.
Die Korruption bedeutet Bestechungen in Form von Geschenken oder anderen Vorteilen, die eine große Menge an Formen haben können. Die Korruption kann in allen Phasen des Einkaufs von Waren und Dienstleistungen vorkommen, d.h. in der Phase der Ausschreibung, bei der Lieferantenauswahl und auch in der Phase der eigentlichen Warenlieferung. Die bekanntesten Korruptionsformen:
- für den ausgewählten Lieferanten genau geschafften Einkaufsbedingungen,
- das Umgehen der Ausschreibung (Rotation der Angebote, Rücktritt aus der Ausschreibung, die Erzeugung von ergänzenden und falschen Angeboten, ggf. Ausschluss von berechtigten Bewerbern),
- die Lieferung von Waren niedrigerer Qualität als ursprünglich vereinbart, unvollständige Verträge oder unberechtigt fakturierte Aufwendungen.
Bei den Betrugshandlungen beim Fakturieren kauft und zahlt die Firma Ware und Dienstleistungen, die nicht existieren, sind überteuert oder die sie gar nicht braucht. Dabei werden sehr oft fiktive (Strohfirmen oder leere Firmen) Gesellschaften benutzt, die Zahlungen werden auf das Konto des Betrügers zurückbezahlt und es werden die Firmenmittel für die Privatzwecke der Mitarbeiter missbraucht.
Für die aufgrund des Interessenkonflikts verübte Betrugshandlungen halten wir beispielsweise die Überführung der Kunden des Arbeitgebers an die eigene Firma, Einkauf preislich überteuerten Waren/Dienstleistungen von der mit dem Mitarbeiter der beschädigten Firma verbundenen Gesellschaft oder Bevorzugung der verbundenen Firmen im Rahmen der Ausschreibung.
Gründe
Zu den Gründen zum Verüben dieser Betrugshandlungen gehören vor allem die Beschaffung der Geldmittel zu Privatzwecken, die Ausnutzung von Gelegenheiten bei der Entdeckung einer Schwachstelle im Kontrollsystem und Gewinn von Vorteilen für verbundene Personen. Manchmal ist ein Grund auch die Erpressung des Mitarbeiters vom Dritten oder das Entgegenkommen dem Geschäftspartner bei über das übliche gehenden Beziehungen.
Anzeichen
Die Anzeichen, die auf die Betrugshandlungen beim Einkauf hindeuten können:
- Erfolglose Einführung von Kontrollprozessen in der Einkaufabteilung.
- Zu den Lieferanten gehören unbekannte, unlängst gegründete Gesellschaften.
- Hohe Fluktuation der Mitarbeiter in der Einkaufabteilung.
- Unbegründete Bevorzugung bestimmter Lieferanten.
- Über das übliche gehende Beziehungen der Person/Personen aus der Firma mit der Person/Personen des Lieferanten (beispielsweise gemeinsamer Urlaub, zusammen verbrachte Freizeit).
- Ein Lieferant ohne offensichtlicher Konkurrenzvorteil oder Lieferant von Waren und Dienstleistungen mit niedrigerer Qualität gewinnt regelmäßig die Ausschreibungen.
- Die sich wiederholende Informationen und Verdächtigungen über unlautere Tätigkeit des Mitarbeiters oder Subjekts.
- Oft fehlende Dokumentation zu wichtigen Einkäufen (Verträge, Lieferscheine, Preislisten).
Unsere Dienstleistungen:
Falls Sie Verdacht auf Betrugshandlungen beim Einkauf haben, empfehlen wir Ihnen, unsere folgende Dienstleistungen zu nutzen:


